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Dienstag, 17. Oktober 2017




Bad 55 Tattoo Studio


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Die Geschichte der Tätowierung

Tattoos sind in der heutigen Zeit fast etabliert und jeder weiß, daß ein Tattoo etwas besonderes ist. Doch wie kam es dazu und woher stammen Tattoos? Fakt ist, Tätowierungen gibt es seit Menschen Gedenken. Man kann nicht genau sagen, wer das Tätowieren eigentlich erfunden hat. Denn diese Form des Körperschmuckes gab es eigentlich zu allen Zeiten und in fast jeder Gesellschaft. Es ist nur unklar, woher und wo sie sich schwerpunktmäßig entwickelt hat. Das Volk der Polynesier wird gerne als Erfinder der Körperbemalung historisch erwähnt. Das Wort "tatau" hat dort die Bedeutung von "Zeichen" oder "Zeichnen".

Englische Soldaten benutzen seit dem 17. Jahrhundert ein ähnlich klingendes Wort "tattow", was soviel wie "Zapfenstreich" heißt. Es liegt also nahe, daß aus "tattow" irgendwann "tattoo" wurde. Zumal es ja in frühen Zeiten meist Seefahrer und Soldaten waren, die sich auf Ihren Reisen tätowieren liessen. Die Seefahrer waren auch vermutlich die allerersten, die mit den Körperbemalungungen auf Ihren Reisen in Kontakt kamen und dort den Begriff des "Tattauirens" von den Polynesiern hörten und sich dann damit schmücken ließen.
 
Warum waren Tätowierungen in Polyneseien üblich?

In erster Linie war es nötig, geschlechtsreife Mädchen zu kennzeichnen - zu tätowieren. Dann galten Sie als heiratsfähig, das wiederum für die jungen Männer besonders attraktiv war. Ein nicht tätowiertes Mädchen war somit noch zu jung zum heiraten und wurden von den Männern auch nicht angerührt. Eine einfache und sichere Methode. Aber auch Jungen wurden mit ca. 12 Jahren tätowiert. Dabei ging es aber nicht darum, die Heiratsfähigkeit zu dokumentieren, sondern vielmehr darum, sie nun als Männer oder Krieger für ihren Stamm auszuweisen. Das Tätowieren war niemals ein einmaliger Akt, sondern es wurde eigentlich zu Lebzeiten immer weiter betrieben. Zur damaligen Zeit, der Geburtsstunde des Tätowierens also, konnte man noch die einzelnen Motive den jeweiligen Meistern / Tätowierern zuordnen. Jeder im Stamm, der tätowieren konnte, hatte sein eigenes Spezialmotiv. Und anders als heute wurde die Farbe statt mit elektrischen Maschinen mit Holzkämmen und Nadeln aus Knochen unter die Haut gebracht.

So war es nicht verwunderlich, daß der berühmte Seefahrer James Cook irgendwann einen Insulaner aus Tahiti (Omai war sein Name) von einer seiner Reisen mit in die Heimat brachte. Omai war ein stolzer Mann und von Kopf bis Fuß tätowiert. Er wurde später auf sämtlichen Jahrmärkten vorgeführt und seiner Tätowierungen wegen bestaunt. Es wurden sogar Romane und Theaterstücke geschrieben, die sich inhaltlich mit seinen Körperbemalungen befassten. Das war eine Art Werbekampagne für Tattoos, denn auf einmal wollten immer mehr Leute, die die Tätowierungen am Körper Omais bestaunt hatten, auch ein Tattoo haben und ihre Körper damit verschönern. Die Nachfrage war groß und so wuchsen bald die ersten Tattooshops, vor allem in den Häfen, wie Pilze aus dem Boden. So haben also Seefahrer wie Cook oder Kolumbus wesentlich zur Verbreitung der Tätowierkunst in Europa beigetragen. Dabei war die Arbeitsweise der ersten Tätowierer anfangs noch recht primitiv und sehr schmerzhaft. Mit Hämmerchen und farbigen Stiften wurde die Farbe unter die Haut geschlagen. Von Hygienevorschriften hat zu dieser Zeit in den „Tattoostudios“ auch keiner was gehört oder gelesen.
 
Schon in der Steinzeit gab es Tattoos


Wir erinnern uns alle an Ötzi, dem Gletschermensch aus der Steinzeit, der 1991 in Tirol entdeckt wurde. Schon bei ihm fand man Tätowierungen!!! An der Hautoberfläche wurden insgesamt 47 strichförmige Tätowierungen gezählt, die in 15 Strichgruppen zusammengefaßt sind. Diese Tätowierungen liegen nicht nur mit Sicherheit an klassischen Akupunkturpunkten, sondern erinnern technisch an eine konstitutionelle, antirheumatische Therapie. Somit ist also nicht nur die Tätowierung älter als man gedacht hatte, sondern auch die Akupunktur. Nachdem die ältesten Nachweise einer Akupunkturanwendung in China aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. stammen, Ötzi aus dem Eis aber schon 5200 Jahren vorher gelebt hat.

Hinweise und Belege für die Bemalungen des menschlichen Körpers durch Tattoos gibt es so gut wie auf allen Kontinenten. Auch heute noch ist es z.B. bei afrikanischen Urvölkern immer noch üblich, Wunden einzuritzen und dann die Wunde mit Russ oder Dreck einzuschmieren, um die Wundheilung zu verzögern oder Narbenbildung hervorzurufen. Dies ist auch eine Form der Tätowierung, die Narbentätowierung. Heutzutage in Europa nicht oft gemacht, aber unter dem Namen "Branding" bekannt. Eine Abwandlung der Narbenbildung. Mit einem geformten Brandeisen wird eine Wunde erzeugt. Die Brandwunde vernarbt und hinterlässt ein Motiv, das dann mit Tattoofarbe akzentuiert wird.

In vielen Kulturkreisen waren Tattoos ein Zeichen von Verdiensten oder der Position seines Trägers. Je mehr Tattoos jemand besaß, umso mehr hatte er in seinem Leben "geleistet" oder auch zu sagen. Die japanische Yakuzza (anderes Wort für Mafia) haben diese Art der "Anerkennung" noch heute verinnerlicht. Bei den Kriegern auf Borneo z.B. mußte man vorsichtig sein, denn wenn man einem solchen genübertrat, dessen ganze Handinnenfläche tätowiert war, dann hieß dies nämlich, daß er einen anderen Krieger ganz allein getötet hatte. Hatte er hingegen nur einzelne Finger tätowiert, dann konnte er seine Gegner nicht alleine beseitigen, sondern hatte Hilfe von weiteren Kriegern seines Stammes. In Asien gibt es mittlerweile sogar Museen, die speziell Tattoomotive von Spendern ausstellen. Das mag für einen Europärer recht eigentümlich klingen. Doch ist es bei vielen Motiven schade, das diese nach dem Tod des Trägers verschwinden. Vorallem komplette Körpersuits, d .h. der Körper ist bis auf Hände, Füsse und Gesicht komplett mit einem oder mehreren Moviten geschmückt, sind oftmals von einer grandiosen Schönheit und Detailverliebtheit. Meist Drachen, japanische oder chinesiche Dämonen und Glücksbringer wie Kois.

Fazit: Tätowierungen waren, sind und bleiben eine Kunst, die sich immer noch frisch und interessant zeigt. Nicht für jeden, aber für viele. Natürlich hat sich in den Jahrhunderten nach der Verbreitung einiges getan. Es gibt viel mehr Tattoovarianten und auch die Technik hat sich weiter verbessert. Mittlerweile sind reale Motive und Gesichter in nahezu 1 zu 1 Kopie möglich. Die Farben sind hautverträglicher und gesünder und auch die Hygiene ist mit dem Standard in einem Krankenhaus vergleichbar. Doch bei allem was ein Tattoo beinhaltet, eines ist sicher, es ist eine individuelle Entscheidung und Aussage um sich von der Masse abzuheben. Dabei ist es egal welche soziale Schicht, Herkunft oder Beruf. Die Geschichte der Tätowierung geht weiter ...

 

 

 

 

 

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